KG-Sieglar

KG-Senatspräsident Matthias Esch zum Geburtstag von Josef Rahm

„Er ist sehr heimatverbunden – viele haben Grund, ihm dankbar zu sein“

Matthias Esch ist Ortsringvorsitzender in Sieglar. Er kennt Josef Rahm seit mehr als sechs Jahrzehnten – seit der gemeinsamen Einschulung des Geburtsjahrgangs 1944/45 in der Katholischen Volksschule am Sieglarer Markt. Hier erinnert er sich an Kinder- und Jugendtage in der gemeinsamen Clique sowie Vereinsaktivitäten. Dieser Aufsatz ist erschienen in einer Unternehmenschronik zum 70. Geburtstag des Unternehmers am 12. November 2014.

Josef Rahm kenne ich schon seit meiner Schulzeit. Er hat neben Familie Pilger in der Grabenstraße gewohnt. Wir haben damals unsere acht Jahre Volksschule absolviert. Unsere Klassenlehrerin war Frau Josefine Hagen. Zu unserer Clique gehörten Wolfgang Pütz, Hans-Josef Esch, Josef und ich.

Nachmittags sind wir als Jungs in den Siegwiesen unterwegs gewesen. Das war unser Abenteuerspielplatz. Wir haben allerlei Unfug angestellt. Als junge Männer sind wir am Wochenende mit verschiedenen Freundinnen ins Bröltal gefahren. Oft saß ich im Opel meines Vaters am Steuer. Zum Schluss sind wir dann in der Winterscheider Mühle eingekehrt.

Nach dem Ende unserer Schulzeit war der Kontakt nicht mehr so eng. Josef absolvierte zunächst eine kaufmännische Lehre in Porz, und ich war Maurerlehrling. Wir alle waren in den Folgejahren beruflich sehr engagiert. Wolfgang, Josef und ich hatten eins gemeinsam: Wir waren in kleine elterliche Betriebe hineingeboren worden und wollten vorankommen. Wolfgang Pütz, dessen Vater einen Zigarettenladen hatte, Josef Rahm, dessen früh verstorbener Vater ihm einen kleinen Schuhmacherbetrieb hinterließ, ich mit einem Bauunternehmen, das seinerzeit nur etwa zehn Mann hatte. Man hatte sein Auskommen damit, aber mehr war es auch nicht. Es gab viel zu tun. Für mich war bei Josef anfangs nicht erkennbar, dass er einmal einen solch erfolgreichen unternehmerischen Aufstieg durchlaufen würde. Im Rückblick ist seine Lebensleistung sehr beeindruckend.

Ich habe natürlich verfolgt, dass Josef Rahm mit seiner jungen Familie in Sieglar in der Lessingstraße wohnte und dass er dann nach Kriegsdorf umgezogen ist. Wir sind hin und wieder essen gegangen. Aber ansonsten war jeder aus unserer Schulclique sehr stark mit seinem eigenen Tun beschäftigt. Ausflüge ins Bröltal oder ähnliche Freizeitvergnügungen, das war für uns passé. Außerdem hat man damals ohnehin allgemein nicht schon um 17 Uhr Feierabend gemacht. Und längere Urlaube, so wie sie heute für die Meisten selbstverständlich sind, gab es auch nicht. Der Ernst des Lebens hatte uns im Griff.

Wir haben uns sonntagnachmittags für zwei oder drei Stunden zum Kartenspielen beim Pompe Jupp getroffen. Die Gaststätte hatte seinerzeit noch am Nachmittag geöffnet. Josef Niederquell senior und junior bedienten. Verbindung hielten wir darüber hinaus über das Vereinsleben.  Josefs Vater Willi war langjähriger Vorsitzender des MGV Sieglar. Josef Rahm hat dem MGV immer die Stange gehalten, und er hat dort auch gemeinsam mit Wolfgang Pütz aktiv gesungen. Der MGV hat früher den Kirmesfrühschoppen zur Oktoberkirmes in Sieglar veranstaltet. Da haben Josef und ich uns immer getroffen. Dieser fand montags im Saal Zur Küz statt. Das war ein Ereignis, für das man sich in Sieglar Urlaub nahm. Da ging man hin, das war fast mit einem Rosenmontag zu vergleichen.

Wieder enger wurde die Verbindung zu Josef in den 90er-Jahren über den Karneval. Er wurde nach meinem Bruder und dem VR-Bank-Chef Theo Hauber zum dritten Senator der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Sieglar berufen.

1994 ist Josef Rahm über den MGV Sängerbund Sieglar Karnevalsprinz in Sieglar geworden. Seine Frau Uschi, die ein noch größerer Karnevalsjeck ist als er, war im Gefolge. Sie hat damit etwas ausgelöst. In den Folgejahren hatten alle Tollitäten in Sieglar immer eine mehr oder weniger große Gefolgschaft. Die Session des Dreigestirns war tadellos.

Josef als Vereinsfreund und auch als Senator war immer ein Ideengeber. Und er ist in der Lage, Leute um sich herum zu scharen. Im Skiclub Sieglar hat er zum Beispiel eine sehr verdienstvolle Zeit als Vorsitzender gehabt, die sicher zu den Höhepunkten der Vereinsgeschichte zählt. Bis heute hat Josef Rahm ein Herz für die Sieglarer Vereine. Und er leistet gern einen Beitrag, wenn er um Unterstützung gefragt wird. Er ist der Heimat sehr verbunden, und es gibt viele im Sieglarer Vereinsleben, die Grund haben, ihm dankbar zu sein. Was ich ihm für die nächsten Jahre wünsche: vor allem Gesundheit!

Matthias Esch, Ortsringvorsitzender und Literat der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Sieglar.

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