KG-Sieglar

Dreigestirn Session 2010

Prinz: Uwe I. | Jungfrau: Christl | Bauer: Hans-Georg

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Interview mit Uwe Schmidberger: Was es heißt, Prinz zu sein.

120 Termine in vier Sessions-Wochen – das ist die Karnevals-Bilanz des Sieglarer Dreigestirns 2010: Prinz Uwe I. (Schmidberger, 44), Jungfrau Christl (Christian Winkler, 41) und Bauer Schösch (Hans-Georg Reinke, 55). In diesem Aschermittwochs-Interview berichtet Uwe I., welche Akzente er in seiner Regentschaft setzen wollte und was es für ihn bedeutet hat, Prinz Karneval in Sieglar gewesen zu sein. Originaltöne eines bekennenden Karnevalisten.

  • Wie fühlt man sich als erfolgreicher Sieglarer Prinz Karneval am Aschermittwoch?

    Man fühlt sich sehr gut nach einer gelungenen Session. Das Loch wird kommen, dessen bin ich sicher. Am Aschermittwoch ist man noch mit Aufräumen beschäftigt. Am Dienstag haben wir in der Gaststätte zum Pompe Jupp die Entkleidung des Sieglarer Dreigestirns im Kreise unserer Freunde von der 1. Großen KG Sieglar erlebt. Da ist uns noch einmal diese Freude entgegengeschlagen, die unsere Regentschaft vier Wochen lang vom 16. Januar bis zum 15. Februar begleitet hat.
  • Aber ist nicht am Aschermittwoch alles vorbei?

    Rund 120 Termine haben wir nach einen minutiösen Zeitplan in vier Wochen absolviert. Jetzt kehrt wieder etwas mehr Ruhe ein. Daran werden wir alle im Dreigestirn uns erst einmal wieder gewöhnen müssen. Aber wir alle haben bereits öfter in anderen Dreigestirnen mitgearbeitet, ich war drei Mal Adjutant. Insofern hatte ich eine ungefähre Vorstellung von dem, was in der Session auf mich zukommen wird. 
  • Und wie muss man Dich jetzt ansprechen: Tollität a. D. oder Tollität im Ruhestand?

    Als Dreigestirn ist man bis zur nächsten Proklamation im Jahr 2011 „amtierend“. Prinz, Jungfrau und Bauer sind damit also nicht im Ruhestand oder außer Dienst.
  • Prinz und Dreigestirn zu sein – das ist mit großem persönlichem Aufwand verbunden. Hat er sich gelohnt?

    Auf jeden Fall. Und wenn man die Freude erfährt, die einem entgegenschlägt, dann ist das mehr als genug Lohn für die Arbeit, die eine solche Regentschaft mit sich bringt. Da spreche ich ganz sicher auch für Bauer Schösch und Jungfrau Christl. Viele Termine haben mich tief bewegt – ob das Gespräche in Altenheimen, Kindertagesstätten oder Behinderteneinrichtungen waren.
  • Was war der schönsten Moment in Eurer Session?

    Zu den Höhepunkten unserer Session zählte unser Einmarsch zur Proklamation in der Küz. Unbeschreiblich, was in einem vorgeht, wenn 400 Menschen Deinen Einmarsch bejubeln. Das kann man sich nicht ausmalen, wenn man nicht einmal Prinz gewesen ist.
  • Gibt es etwas, was Du als besonderes Kennzeichen Eurer Zeit als Dreigestirn in Sieglar siehst?

    Zunächst einmal muss man sagen: Alle, die sich für dieses Ehrenamt zur Verfügung stellen, machen es gut. Sie wollen ihre Gesellschaft oder ihren Verein würdig vertreten. Das wollten auch wir als Angehörige der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Sieglar. Was wir in besonderer Weise sein wollten, war ein Dreigestirn zum Anfassen – gleichsam für Normalverbraucher. Wir haben das direkte Gespräch mit den Menschen gesucht und gefunden.
  • Was bedeutet Karneval für Dich?

    Karneval ist ganz sicher auch und vor allem eine soziale Verpflichtung. Mitglieder des Dreigestirns vertreten ihren Ort. Sie fördern den Zusammenhalt und die Identifikation mit der Heimat. Und Karneval ist tiefe Emotion. Am Karnevalsdienstag bei der Entkleidung des Dreigestirns im Kreise meiner Gesellschaft beim Pompe Jupp haben manche ihre Tränen nicht zurückhalten können. Man ist stolz auf das Dreigestirn – und dass alles so gut geklappt hat.
  • Wann hattest Du entschieden, in der Session 2010 Karnevalsprinz zu werden?

    2008 im August war ich mit meiner Frau in Timmendorfer Strand. Dort ist die Entscheidung gefallen. Wir haben dann mit dem Vorsitzenden des Ortsringes gesprochen.
  • Hand aufs Herz:  Würdest Du es noch einmal machen?

    Das ist eine hypothetische Frage – denn man kann nur einmal Prinz Karneval sein. Bauer und Jungfrau kann man mehrmals werden. Ehrlich gesagt: Ich glaube nicht, dass das Erlebnis, zum ersten Mal Prinz zu sein, durch irgendetwas zu übertreffen ist. Aber ich wäre sicher bereit, in anderer Funktion im Sieglarer Dreigestirn noch einmal aktiv zu werden.
  • Wem möchtest Du in besonderer Weise danken?

    Gestern Abend habe ich mich bei meiner Gesellschaft bedankt. Bei meinem Gefolge und meinen Unterstützern. Zu danken habe ich meiner Frau Ulrike, die mir in der Familie den Rücken frei gehalten hat.
  • Und was macht der amtierende Karnevalsprinz von Sieglar jetzt?

    Der fährt diese Nacht auf Donnerstag nach Timmendorfer Strand und erholt sich eine Woche. Die letzten zwei Wochen waren wir ständig von acht Uhr morgens bis nach Mitternacht unterwegs.
Interview: Carsten Seim am Aschermittwoch, 17. Februar 2010.