KG-Sieglar

Tommy Engel und die kölschen Songbooks in der Küz!



Die Band von Tommy Engel wäre ein MTV-unplugged-Album wert. Mit dem genialen Pianisten und Komponisten Jürgen Fritz (Piano, Ex-Triumvirat), dem früheren BAP-Gitarristen Helmut Krumminga, dem Gitarristen und Sänger Till Kersting, dem Bassisten Hans Maahn, dem Drummer Alex Vesper und der stimmlich wie optisch bezaubernden Sängerin Frauke Harder gehört diese Band zum Besten, was Köln zu bieten hat. Diese Aussage gilt sicher auch weit über das Rheinland hinaus. Das bewiesen sie am Samstag, 27. April, einmal mehr bei ihrem Auftritt in der Küz. Eingeladen hatte die 1. Große Karnevalsgesellschaft Sieglar. KG-Präsident Marco Esch kündigte die Stimme Kölns an.



Virtuos und bei diesem Konzerttermin auch unglaublich druckvoll spielten sie auf. Er wolle ja keine Reklame für Dat kölsche Songbook machen, erklärte Engel an diesem Abend. Machen wir sehr gern, lieber Herr Engel. Dat kölsche Songbook finden Sie hier. Wer am Samstagabend dabei war, würde sich, ich komme auf die Eingangsformulierung zurück, eine Live-Einspielung wünschen.

Dat kölsche Songbook ist inspiriert vom Great American Songbook. Dieses enthält eine Liste herausragender Songs der US-Unterhaltungsmusik aus der Zeit der 30er bis zu den 60er-Jahren. Mit dabei sind Namen wie Louis Armstrong, Fred Astaire, Tony Bennett, Ray Conniff, Chris Connor, Bing Crosby, Ella Fitzgerald, Judy Garland, Billie Holiday, Diana Krall, Dean Martin, Bette Midler, Liza Minnelli, Joni Mitchell, Carly Simon, Nina Simone, Frank Sinatra, Barbra Streisand, Sarah Vaughan und Dinah Washington. Viele andere Künstler haben Songs aus dieser Liste des Ruhms neu interpretiert – gecovert.

Diese Idee haben Engel, Fritz & Co. ins Kölsche übersetzt und präsentieren in ihrem Songbook des Jahres 2016 Klassiker der Domstadt.

Foto: Carsten Seim

Grandios interpretierten Engel & Co. ihr Cover von Cat Ballous "Et jitt kei Woot" aus dem 1. Songbook des Jahres 2016. Und weitere Coverversionen internationaler Hits. In Anspielung auf die eigene Körpergröße sang Tommy Engel Randy Newmans „Short people“ in kölscher Version und stellte sich zum Größenvergleich neben seinen Gitarristen Helmut Krumminga, 1,9 Meter plus x. Die beiden sind musikalisch auf Augenhöhe – immer wieder zeigte die Körpersprache des Frontmannes und musikalischen Perfektionisten, wie viel Vergnügen er an Krummingas Gitarren-Performance hat.

Die Zuschauer erfuhren, dass er ein Fan Tina Turners ist. Ihr „I can’t stand the rain“ erhielt eine kölsche Überarbeitung. Sie weist in Richtung Kölsches Songbook Nr. 2, das in diesem Jahr erscheinen soll. Doch auch klassisch domstädtisches gab es reichlich. Trude Herrs „Die Stadt“ beispielsweise, nachzuhören im Songbook Nr. 1, und eine wunderbar rockende Neuauflage von Hans Knipps „Ene Besuch em Zoo“, ebenfalls auf diesem Album.

Foto: Carsten Seim

Auch clowneske Passagen fehlten nicht in diesem Konzert. Engel performte im grauen Kittel mit Werkzeugkiste und rappend den Huusmeister Kaczmarek: „Jo, wenn d'r Aufzoch klemmp un de Mülltonn' brennt un em janze Huus et Leech usfällt, es em drette Stock d'r Klo verstopp, alles weed bei mir jemeld'.“ Anfang der 90er-Jahre hatte er die Hymne auf den „Huusmeister – Siedlungskontrolletti“ noch mit dem Bläck Fööss auf die Bühne gebracht. Das ist Geschichte. Seine Performance ist frisch wie vor 30 Jahren.

Auch der Saunaboy war neuerlich zu Gast auf der Küz-Bühne: „Su ne Ovend, dä wed lang Ich ben d'r Saunaboy - Saunaboy Dann läje ich mich supercool bei et Heidi en d'r Wirbelpool. Un steije dann die Bloose op, es minge stiefe Nacke fott.“ Engel: „Entschuldigung Hochwürden.“

Foto: Carsten Seim

Erwähnt werden muss auch eine wirklich ergreifende a Capella-Gesangseinlage der Bandmitglieder. Dieser Auftritt machte Vorfreude aufs nächste Jahr.
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Gäste aus Köln: Elke und Manfred Zehnder (Große Braunsfelder,Wirte in der Kölner Kultkneipe Hähnche), darüber hinaus Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski, Sieglars Pfarrer Hermann Josef Zeyen, VR Bank-Vorstand Holger Hürten, Ralf Klösges, Direktor der Kreissparkasse Köln, un janz vill Lück wie Du und ich.
Text & Fotos: Carsten Seim für die 1. Große KG Sieglar.

PS: Noch mehr Helmut Krumminga: hier mit Rock-Ikone Inga Rumpf (Ex-Atlantis, Ex-Frumpy) in der Hamburger Fabrik. Reinklicken, sehen und hören. Er kann auch singen. Die anderen auch!