KG-Sieglar

Proklamation 2018! Jan I. regiert die Lööre Jecke

KG Sieglar: Proklamation 2018. Foto: Carsten Seim

Es war am Samstag, 13. Januar, aus gleich aus mehreren Gründen ein denkwürdiges Ereignis. Erstens sind Prunksitzungen der 1. Großen KG immer ein besonderes Event, wenn KG-Literat Matthias Esch und KG-Präsident Marco Esch Hand anlegen. Und zweitens nun zum eigentlichen Thema: Sieglar hat ein neues Dreigestirn, das im rot-weißen Fähnchen-Meer des Publikums feierlich samt Gefolge einmarschierte. Für den Sieglarer TradItionsverein Los Bombelinos sind ab sofort Prinz Jan I. (Hausmann), Bauer Dirk (Wirz) und Jungfrau Uli (Meyer) unterwegs. 

KG Sieglar: Proklamation 2018. Foto: Carsten Seim

Was an diesem neuen Trifolium auffällig ist, ist seine Natürlichkeit (ohne diese den Vorgängern absprechen zu wollen). Sie bekennen sich zu Sieglar als Heimat und wollen am Ende nichts anderes als Spaß an d´r Freud haben. Ein bisschen besinnlich wurde es dann noch, als die drei samt Adjus Olaf Meurer, Alexander Stein, Achim Siebeneichner, Jörg Robertz, Jens Ulb und Gefolge ihr drittes Sessions-Lied anstimmten: eine auf Sieglar adaptierte Version des Räuber-Klassikers "Dat es Heimat". Schunkelseligkeit im Saal. Ansonsten: Stadtschlüsselübergabe durch einen gutgelaunten Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski, Feder der Narretei für die Prinzenmütze, überreicht durch den stellvertretenden Ortsring-Vorsitzenden Peter Zündorf.

KG Sieglar: Dreigestirn Sieglar 2018. Foto: Los Bombelinos

Dank an Clan-Chef Roman Brück und seine Junggesellen-Truppe.  Er übergab an diesem Abend das Narerenzepter an Prinz Jan I. Mehr über Roman Brücks Session.

KG Sieglar: Proklamation 2018. Foto: Carsten Seim

Zwei der drei Bombis übernehmen das närrische Amt aus Familientradition. Schon die Väter Hans-Peter Hausmann und Dr. Rolf Meyer waren Prinz und Jungfrau gewesen. Alle Fakten zum neuen Dreigestirn der Los Bombelinis sind hier nachzulesen. Herauszuheben ist das jecke Gefolgekostüm. Wunderbar ironischer Kontrast aus blauem Frottee-Bademantel, Gardemantel-Applikationen und Spitzenrand. Eine wirklich eigenwillige Kreation der Jeque-Couture, die im Rheinland in diesen Tagen ihresgleichen suchte.

Es war auch ansonsten eine glanzvolle närrische Gala, die alle Zuschauer im rappelvollen Saal gut sechs Stunden lang in Atem hielt. Die EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e.V marschierte mit viel Tschingderassa ein und repräsentierte überzeugend das klare Bekenntnis zur Domstadt, dem sich auch die 1. Große Karnevalsgesellschaft Sieglar sehr verpflichtet fühlt.

Der Proklamation folgte die Micky Brühl Band – und alle in der Küz wollten mit ihm "zo Fooss noh Kölle jonn".

In Topform präsentierte sich Guido Cantz. Harte Seitenhiebe gab es gegen Donald Trump: "Früher dachte ich, hoffentlich kommt der nicht auf dumme Gedanken. Heute hoffe ich, dass er am besten gar keine Gedanken hat." Treffend kommentierte der Mann aus Porz auch die Berliner Politik. "Im September 2017 hatten wir Wahl - und bisher ist nichts außer einer Diätenerhöhung beschlossen." Für jeden hatte der Mann aus Poz-Lind gute Worte: Dem Elferrat attestierte er, ein wenig "wie bei einer Schluckimpfung" auszusehen.

Querbeat brachte den Saal nach der Pause mit irrem Brass-Sound wieder auf Tempo. Es war die passende Ouvertüre für Dave Davis alias Motombo Umbokko. Er hatte am 9. Februar 2017 sein Sieglar-Debüt als erster schwarzer Redner auf der historischen Bühne der Küz gefeiert und war nun in sehr guter Form wieder da. Pointenreich spielte er mit gängigen Vorurteilen gegen Menschen aus Afrika.



In einem an den Fotografen gerichteten Exkurs zeigte Davis, dass er auch etwas von digitaler Lichtbildnerei versteht, als er empfahl, in seinem Fall den Weißabgleich anzupassen. "

Motombo" thematisierte auch fremdsprachige Einflüsse auf die deutsche Sprache – zum Beispiel Anglizismen wie "Meeting" (wobei umgekehrt anzumerken ist, dass die Briten das Lehnwort "Kindergarden" kennen) und führte als Beispiel für die "Osmanisierung" der deutschen Sprache das Wort "Lüften" an.

Klaus und Willi, die Bläck Fööss, das wirklich sehr artistisch auftretende Tanzkorps Rheinmatrosen und ne Hausmann folgten an diesem prall mit Programm gefüllten und von Marco Esch moderierten Abend.

Den umjubelten Schluss-Act gaben Kasalla. Wie schön, dass wir alle wieder einmal zusammen waren. In Sieglar ist auf den Karneval Verlass.

PS: Die Sitzung wird vielen allein schon durch die mitmenschliche Wärme in Erinnerung bleiben, die im Saal herrschte.

PPS: Unter den Gästen dieser Proklamation waren die Landtagsabgeordnete Katharina Gebauer, Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski, Stadtwerke-Chef Peter Blatzheim, Susi und Klaus Reifenhäuser, VR-Bank-Vorstand Holger Hürten, pro Troisdorf-Vorsitzender Christian Seigerschmidt.

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Bericht und Fotos: Carsten Seim für die 1. Große Karnevalsgesellschaft Sieglar von 1925 e. V.