KG-Sieglar

11:11 Uhr: Sturm auf die Stadthalle statt aufs Rathaus

Und eine Jungfrau machte den Bürgermeister zur Marionette

Derzeit wird in Troisdorf im Rahmen der Zukunfts-Initiative Troisdorf Innenstadt, ZiTi, der Vorplatz des Rathauses umgebaut zu einer verkehrsberuhigten Zone. Das Terrain ist derzeit wenig geeignet für einen Narrenaufmarsch. Deshalb empfing Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski am Sonntag, 21. Januar, die zur Rathauserstürmung aufmarschierten Dreigestirne mit Gefolge und andere Jecken gleich am Portal der Stadthalle. Die Lööre waren mit Bombi-Dreigestirn um Jan I. (Hausmann) sowie zahlreichem Gefolge und Repräsentanten der Ortsvereine; natürlich der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Sieglar mit Präsidenten Marco Esch und den Seinen, opulent präsent.

KG Sieglar: Rathauserstürmung. Foto: Carsten Seim

Bürgermeister Jablonski hielt die Narrenschar zunächst bei ungemütlich niedrigen Temperaturen hin. Schlussendlich griffen die Belagerer zu rigiden Mitteln. Eine riesenhafte Jungfrau löste sich aus dem Pulk und nahm das Stadtoberhaupt an die Leine – mit Fäden im Stil einer Marionette. Jablonski bekam auch eine Eisenbahner-Mütze auf und nahm damit zwangsweise die Rolle von Lukas dem Lokomotivführer aus der Augsburger Puppenkiste ein. Allen, die in den 60er- und 70er-Jahren mal Kind waren, dürften er sowie Jim Knopf und die wilde 13 bekannt sein. Ein  Bürgermeister als Marionette. "Das muss man auch mal erlebt haben", wird sich der Troisdorf-Chef gedacht haben und nahm es, Urkarnevalist, der er ist, mit Fassung hin.

Nach und nach präsentierten die Tollitäten dann ihren Forderungskatalog - auf dem Programm stand unter anderem Senkung der Kita-Gebühren. Auch wenn es damit im wirklichen Leben wohl nichts werden wird, hob der Bürgermeister jedes Mal zustimmend die Hand. Es blieb ihm als lebensgroße Marionette auch nichts anderes übrig, denn der Jungfrauen-Riese hinter ihm zog unnachgiebig den Arm des Bürgermeisters nach oben. Nachdem er das durchgestanden hatte, gab KWJ endlich den Weg ins Warme frei – und die Meute strebte zur Bühne, wo Freibier und Ätzezupp warteten.

Mit dabei war auch Matthias Esch, Vorsitzender des Ortsrings Sieglar.

Fotos: Carsten Seim für die 1. Große Karnevalsgesellschaft Sieglar von 1925 e. V.